Kometen


Lange Zeit galten Kometen als Verkünder von Krieg und Unglück. Noch heute ist das Erscheinen eines Kometen für viele Menschen ein unheimliches Ereignis.

Die Herkunft der Kometen ist bis heute noch nicht geklärt. Es wird vermutet, dass sich außerhalb unseres Sonnensystems die sogenannte "Ortsche Wolke" befindet. Sie soll aus Resten aus der Zeit der Entstehung unseres Sonnensystems bestehen. Kommt irgendwann einmal ein Stern in die Nähe oder stört ein Planet mit seiner Gravitation die bis dahin stabilen Umlaufbahnen, so werden Kometen abgelenkt und stürzen in das innere Sonnensystem. Dort kann die Gravitation der Planeten eine Kometenbahn so weit verändern, dass dieser in regelmäßigen Abständen zurückkehrt. Der bekannteste periodische Komet ist "Halley" mit einer Umlaufzeit von 76 Jahren.

Kommt ein Komet auf seiner Bahn zu nahe an die Sonne heran, so verdampft das im Kern vorhandene Eis und reißt dabei viel Staub mit sich. Dabei entsteht der Schweif. Entgegen der Meinung vieler Laien zeigt der Schweif nicht die Flugrichtung des Kometen an. Vielmehr zeigt der Schweif immer von der Sonne weg. Das liegt am Sonnenwind, der die Eis- und Staubteilchen des Kometen von sich wegdrückt. Das bedeutet, dass ein Komet "rückwärts" (mit dem Schweif voran) fliegt, wenn er sich von der Sonne fortbewegt. Man kann sich einen Kometen als einen gewaltigen Pfeil vorstellen, dessen Spitze immer genau auf die Sonne zeigt.

Über die wahre Beschaffenheit von Kometen gab es bis vor kurzer Zeit nur Vermutungen. Bis 1986 hielt man Kometen für "schmutzige Schneebälle". Man vermutete, dass Kometen größtenteils aus Wassereis bestehen und geringe Mengen von Staub enthalten. Erst mit der Raumsonde "Giotto", die nacheinander zwei verschiedene Kometen besuchte, fand man die wahre Zusammensetzung der Kometen heraus. Heute bezeichnet man sie im Gegensatz zu früher auch "eisige Dreckbälle". Diese sonderbare Bezeichnung trifft die Sache aber recht genau. So hat man mittlerweile auch von anderen Kometen die Bestätigung über ihre Zusammensetzung erhalten. Demnach besteht der Kern eines Kometen aus Felsbrocken und gewaltigen Mengen Staub, die mit Eispartikeln durchsetzt sind. Damit ähneln die Kometen den Asteroiden, die durch ihre relative Sonnennähe schon lange kein (oder kaum) Eis mehr enthalten.

Vor einigen Millionen Jahren soll ein Kometeneinschlag auf der Erde zum Aussterben der Dinosaurier beigetragen haben. Was vielfach nicht erwähnt wird: Damals starben rund 80 Prozent(!) aller Tiere und Pflanzen aus. Die Dinosaurier machten davon nur einen geringen Prozentsatz aus. Ursache waren die gewaltigen Staubmassen, die durch den Einschlag in die hohe Erdatmosphäre geschleudert wurden. Dadurch wurde der Himmel so sehr verdunkelt, dass viele Pflanzen abstarben. In einer Kettenreaktion verhungerten viele Pflanzenfresser und dadurch litten nun auch Fleischfresser an Nahrungsmangel.

Ein Kometeneinschlag auf der Erde in unserer Zeit ist zwar nicht generell unmöglich, aber doch sehr unwahrscheinlich. Da Kometen relativ gut sichtbare Objekte sind, kann man sie recht früh entdecken. Sollte einmal ein Komet auf Kollisionskurs mit der Erde sein, hätte man im Gegensatz zu Asteroiden sicherlich genug Zeit, um sich Gegenmaßnahmen auszudenken.

Auf dem nachfolgenden Bild ist der Komet Hyakutake zu sehen, der im Frühjahr 1996 am Himmel zu sehen war. Er wurde am 29. Januar 1996 vom japanischen Hobby-Astronomen Yuji Hyakutake entdeckt, der ihm auch seinen Namen gab. Innerhalb kurzer Zeit erreichte er dann eine beachtliche Helligkeit und konnte dadurch problemlos mit bloßem Auge beobachtet werden. Sein Schweif reichte zeitweise bis weit in das Sternbild des großen Wagen.



Komet Hyakutake im Frühjar 1996

Noch während "Hyakutake" seine Show am Himmel abzog, überraschte die Meldung von der Entdeckung eines weiteren Kometen die Welt: "Hale-Bopp"

© 1996-2017 Gerd Schiefer