Monatsbericht Januar

Nachdem im vergangenen Monat mit der Wintersonnenwende der kürzeste Tag erreicht wurde, werden die Tage schon bald wieder spürbar länger.

Am Monatsersten beträgt die Tageslänge (ohne Dämmerungszeiten) im norddeutschen Peine 0 Stunden und 0 Minuten, am Monatsletzten dann 0 Stunden und 0 Minuten.

Im Winter kann man die kalten klaren Nächte wunderbar zur Beobachtung des Sternenhimmels nutzen.

Das schönste Wintersternbild ist Orion, der Himmelsjäger. Er befindet sich zur Zeit hoch im Süden. Der linke Schulterstern Beteigeuze ist ein heißer Kandidat für eine Supernova-Explosion, die man dann ziemlich sicher von der Erde aus mit bloßem Auge sehen kann. Als sogenannter "Roter Riesenstern" steht er am Ende seines Lebens. Würde man ihn ins Zentrum unseres Sonnensystem setzen, so würde seine Oberfläche bis zur Marsbahn reichen. Messungen haben ergeben, dass Beteigeuze seit geraumer Zeit immer kleiner wird. Ob das bereits ein erstes Anzeichen für sein nahendes Ende ist, lässt sich noch nicht genau sagen. Das spektatkläre Ereignis kann noch mehrere Jahrhunderte bis Jahrtausende auf sich warten lassen. Dann aber wird er kurzzeitig so hell erstrahlen, dass man ihn für kurze Zeit auch am Tage als hellen Lichtpunkt am Himmel erkennen kann.

Unterhalb der drei Gürtelsterne ist schon mit einem Feldstecher der Orionnebel zu sehen. In ihm entstehen nach wie vor neue Sterne.

Verlängert man den Gürtel in östlicher Richtung, so stößt man auf einen sehr hellen Stern, den Sirius im Großen Hund. Er ist rund 8,7 Lichtjahre von uns entfernt und 23 mal heller als unsere Sonne. Finden wir ein helleres Objekt als den Sirius am Himmel, dann ist es mit Sicherheit kein normaler Stern, sondern eher ein Planet.

Verlängern wir den Gürtel des Orion in die entgegengesetzte Richtung, dann treffen wir nordwestlich auf den Hauptstern des Sternbilds Stier, den Aldebaran. Auch er ist wie Beteigeuze ein Vertreter der Roten Riesensterne. Mit 53 Lichtjahren befindet er sich aber wesentlich weiter von uns weg. Dafür hat er den 35-fachen Durchmesser der Sonne, seine Leuchtkraft beträgt sogar das 94-fache!

Im gleichen Himmelsbereich gibt es zwei besonders schöne Objekte, die sich zur Beobachtung mit dem Feldstecher anbieten. Es handelt sich einmal um die Hyaden, einen offenen Sternhaufen im Sternbild Stier. Und weiterhin um die westlich davon liegenden Plejaden, die auch Siebengestirn genannt werden.

Etwas weiter im Westen findet sich Kassiopeia, das sogenannte Himmels-W, inmitten der Milchstraße liegend. Weiter im Südwesten steht das markante Sternbild des Pegasus und gleich daneben die Kette der Andromeda. Dort kann man außerhalb der hellen Stadt mit bloßem Auge unsere Nachbargalaxie, den Andromedanebel, erkennen.

Nachdem wir gerade erst das Silvester-Feuerwerk bewundern konnten, folgt nun auch noch ein himmlisches Feuerwerk. Alljährlich zwischen Neujahr und dem 6. Januar durchfliegt die Erde den Sternschnuppenschwarm der Bootiden bzw. Quadrantiden. Nach Mitternacht können im Nordosten bis zu 100 Sternschnuppen beobachtet werden.
© 1996-2018 Gerd Schiefer